Selbstwirksames Lernen ermöglichen

Über Fördern und Fordern wird viel geredet: Wir sehen Fördern nur als eine andere Seite von Fordern. Denn nicht nur starke Kinder müssen gefordert und an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geführt werden, sondern auch schwächere. Deshalb setzen wir verstärkt auf selbstwirksames Lernen.

Auf der Grundlage von Unterrichtsbeobachtungen, Gesprächen mit den Schüler*innen und ihren Eltern und Tests haben wir eine Diagnostik entwickelt, die uns hilft, über weitere geeignete Schritte entscheiden. Durch Teamteaching erweitern wir die Möglichkeiten selbstwirksames Lernen zu gestalten. 

Auch das Stärkenseminar im 7. Jahrgang hilft unseren Schüle*innen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und darauf aufzubauen. Alle Schüler*innen erfahren dabei im Rahmen einer Potentialanalyse durch externe Beobachter*innen ihre besonderen Stärken, auf denen sie auch ihre konkrete Berufs- und Lebensplanung aufbauen können.

Im Fach Forschen und Üben (FÜ) wird selbstwirksames Lernen erprobt. In 5/6 konzentrieren wir uns unter der Federführung der Klassenlehrkräfte auf die Methodik, unterstützt durch die Führung von Logbüchern. Im 7/8 Jahrgang üben wir für ein Kalenderjahr auf dem Campus der Visionen – einem Feld in Delingsdorf, auf dem die Schüler*innen einen Tag pro Woche verbringen – immer mehr Selbstständigkeit in einem „echten“ Umfeld: eigenständiges Projektieren, eigenhändiges Umsetzen und die Übernahme von Verantwortung. In Jahrgang 8 konzentrieren wir uns auf projektorientiertes Arbeiten, das in 9/10 in den jahrgangsübergreifenden Forschungsvorhaben (FoVo) einmündet. Die Projektpräsentationen können auch als Prüfungsleistung für den ESA und MSA eingebracht werden. Die Präsentation „Best of FoVo“ macht die Ergebnisse schulöffentlich und besonders für den nachfolgenden Jahrgang sichtbar. Im 11. Jahrgang findet der Bereich seinen Abschluss mi eigenständigen Arbeiten im Rahmen der Studienzeit, die mit Präsentationen abschließen. 
 
Dem selbstwirksamen Lernen dient auch der – derzeit als Schulversuch genehmigte – Ersatz der bisherigen Berichts- und Kompetenzzeugnisse in den Jahrgängen 5-7 durch Portfolios und Portfoliogespräche, die dokumentiert und durch eine Lernvereinbarung abgeschlossen werden. Wir haben uns vorgenommen, an die stärkenorientierte Grundhaltung dieser Portfolioarbeit in den höheren Jahrgängen anzuknüpfen. 
 
Seit 2009 ist die Anne-Frank-Schule Kompetenzzentrum für Begabtenförderung (Rezertifizierung 2016). Dies bedeutet z.B. konkret: 

  • Aufnahme von bis zu 5% diagnostizierter Hochbegabter im jeweiligen 5.Jahrgang
  • Qualifizierung von Lehrkräften als Ansprechpartner*innen und Koordinator*innen für den Bereich Hochbegabung, die über spezielle Kenntnisse zur Vermittlung von Lernstrategien, Förder- und Fordermaßnahmen für Hochbegabte verfügen und auch beraten.
  • Ausbildung von Schüler*innen zu Schülerpat*innen, deren Aufgabe in der Beratung Hochbegabter bei Lernschwierigkeiten und in der Vermittlung bei Konflikten sowie in der Organisation besonderer Angebote bestehen.
  • Springen: Unter Abwägung aller lernspezifischen und sozialen Belange und in Abstimmung mit dem Kind und seinen Eltern besteht auch die Möglichkeit, vorzeitig in eine höhere Klassenstufe zu wechseln.
  • Enrichment-Kurse: Die Schüler*innen arbeiten in kleinen Gruppen auf einem Niveau, das ihren besonderen Interessen gerecht wird. Die Angebote liegen in ihrer Thematik und in ihrer Intensität und Arbeitsweise jenseits des üblichen Unterrichts und finden sowohl außerhalb als auch innerhalb der Unterrichtszeit statt.
  • Schüler*innen mit besonderer Motivation können an verschiedensten Wettbewerben teilnehmen bzw. werden dafür nominiert.
  • Die Anne-Frank-Schule Bargteheide kooperiert mit schulexternen Experten.
  • Der Enrichment-Präsentationstag dient der Information der Öffentlichkeit und der internen Anregung. 

 Wir nehmen die MINT-Förderung ernst: 

  • Wir sind anerkannte MINT-Schule.
  • Seit 2017 sind wir im Fach Technik als einzige Schule in Schleswig-Holstein als Junioringenieurakademie zertifiziert. Dieser Erfolg basiert auch auf unserer mehrmaligen Teilnahme bei LüttIng mit besonders guten Wettbewerbsbeiträgen.
  • Zurzeit bauen wir – zusammen mit dem Kopernikus-Gymnasium Bargteheide und dem Gymnasium Trittau – in Kooperation mit dem Leibnitz Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) und der Christian-Albrechts-Universität – ein Schülerforschungszentrum für den Raum Holstein-Südost auf. 

 
Hilfen für Schüler*innen mit Einschränkungen:  

  • Integrationsklassen (I-Klassen): Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen werden durch spezielle Maßnahmen unterstützt: Die Klassenstärke der ansonsten heterogen zusammengesetzten Klassen ist auf ca. 20 begrenzt, die Gestaltung des Unterrichts erfolgt u.a. mit Hilfe von Teamteaching durch Förderschullehrkräfte der Albert-Schweitzer-Schule und Lehrkräfte der Anne-Frank-Schule Bargteheide.
  • Mit Schwerpunkt in den Klassenstufen 5/6 gibt es eine Förderung für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche. Auch Nachtestungen sind möglich. In der Sekundarstufe I besteht Notenschutz für Schüler*innen mit anerkannter LeseRechtschreibschwäche. In der Oberstufe haben diese Schüler*innen bei Klausuren einen Anspruch auf einen zeitlichen Nachteilsausgleich; Notenschutz kann auch für die Oberstufe beantragt werden.
  • Schüler*innen mit einem deutlich verlangsamten Lerntempo im Fach Mathematik brauchen ebenfalls eine zusätzliche Unterstützung. Schüler*innen mit anerkannter Dyskalkulie (Rechenschwäche) haben einen Anspruch auf einen Nachteilsausgleich.
  • Schüler*innen mit anerkannten Einschränkungen - z.B. der Mobilität, des Sehens, des Hörens, der Lern- oder der sozial-emotionalen Entwicklung - erhalten einen individuell angepassten Nachteilsausgleich; teilweise sind hier auch Schulbegleiter im Einsatz.